Alternative Epistemologie in der Zeit der künstlichen Intelligenz. Ein Dialog zwischen Bildkritik und Simulation.
Der interdisziplinäre Austausch zwischen den Bereichen Informatik, Kunst- und Bildwissenschaften hat seit dem Aufkommen der Medienkunst eine lange Tradition und hat
bereits zu zahlreichen fruchtbaren Ergebnissen geführt. Angesichts der signifikanten Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz in den vergangenen Jahren und der daraus resultierenden Flut generierter Bilder auf sozialen Netzwerken manifestiert sich erneut die Relevanz, die bestehenden Dialoge in einem neuen Format fortzuführen.
veröffentlicht am 7. März 2026
Interdisziplinärer Workshop
Alternative Epistemologie in der Zeit der künstlichen Intelligenz. Ein Dialog zwischen Bildkritik und Simulation. (Vorläufiger Titel)
Ort: High-Performance Computing Center, Universität Stuttgart | Datum: 19.-20. März 2026
Der interdisziplinäre Austausch zwischen den Bereichen Informatik, Kunst- und Bildwissenschaften hat seit dem AuNkommen der Medienkunst eine lange Tradition und hat bereits zu zahlreichen fruchtbaren Ergebnissen geführt. Angesichts der signifikanten Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz in den vergangenen Jahren und der daraus resultierenden Flut generierter Bilder auf sozialen Netzwerken manifestiert sich erneut die Relevanz, die bestehenden Dialoge in einem neuen Format fortzuführen.
Der Einsatz von KI zur Generierung von Bildern zur politischen Agitation oder zur Schädigung des persönlichen Ansehens prominenter Persönlichkeiten, darunter auch Politikerinnen und Politiker, ist zu beobachten. Dies deutet auf das Entstehen eines neuen Ikonoklasmus in der Moderne hin. Im Weiteren wurde darauf gewarnt, dass kurze Videos, die in sozialen Medien verbreitet werden, das Risiko bergen, die Wahrnehmungskraft der Zuschauer direkt anzugreifen. Infolgedessen hat die australische Regierung am 10. Dezember 2025 ein Verbot der Nutzung sozialer Medien für Personen unter 16 Jahren erlassen.
Der von SORA2 erzeugte hochentwickelte Fälschungsversuch beeinträchtigt nicht nur den Wert des Videomaterials als Beweis der Existenz, sondern stellt auch eine Herausforderung für die kognitiven Fähigkeiten der Menschen dar. Diese Problematik bietet zudem die Gelegenheit, die wissenschaftliche Positionierung der Bildkritik zu überdenken. Andererseits kann die Entwicklung der KI als Beitrag zur Weiterentwicklung der künstlerischen und gestalterischen Ausdrucksmöglichkeiten betrachtet werden. Sie fördert die Entstehung neuer Bildwelten und birgt gleichzeitig das Potenzial, die menschliche Erkenntniskraft zu erweitern.
Obgleich die Stuttgarter Schule der Informatik bereits seit den 1960er Jahren in ihrer Art die Philosophie der Informatik entwickelt, ist nun ein Punkt erreicht, an dem die gegenwärtige technologische Entwicklung den Anspruch erhebt, den informatischen Aspekt der Epistemologie
weiterzuentwickeln. Diese Konstellation evoziert einen Diskurs über die Demarkationslinie zwischen Simulation und realer Welt – eine Schnittstelle zwischen Informationswissenschaft und Wissenschaftsphilosophie. Diese Sachlage ermöglicht die Eröffnung eines breiten Spektrums neuer Dialoge zwischen den Disziplinen Informatik und Kunst- und Bildwissenschaften.
In diesem Kontext organisieren Prof. Dr. Yasuhiro Sakamoto (Keio University, Tokio, Japan) und Prof. Dr. Michael Resch (Direktor des HLRS-Centers, Universität Stuttgart) in Kooperation mit Prof. Dr. Horst Bredekamp (Humboldt-Universität zu Berlin) einen interdisziplinären Workshop. Das Ziel besteht darin, die gegenwärtige Problematik und die Perspektiven von Bildwelten in der Abra der künstlichen Intelligenz aus interdisziplinärer Perspektive zu erörtern und darauf aufbauend Maßnahmen zu identifizieren.
Yasuhiro Sakamoto (Keio Universität, Tokio),
Michael Resch (Universität Stuttgart)