Warum ich Imago unterstütze.
Angesichts der massiven Veränderungen, wie sie sich in jüngerer Zeit durch die Verbindung von künstlicher Intelligenz und Bild sowie die alle Bereiche des Lebens erfassende Simulierung von Fakten durch Fakebilder ereignen, erscheint es mehr denn je an der Zeit, die Relevanz von Bildern von Grund auf neu zu überdenken.
veröffentlicht am 7. März 2026
An alle,
die sich mit „Liebe Bildaktivisten“ angesprochen fühlen:
vor einiger Zeit sprach mich André Reifenrath, neben Philine Helas mein erster Assistent an der Berliner Humboldt-Universität, darauf an, ob nicht eine Stiftung gegründet werden müsste, um die Kunstgeschichte als historische Bildwissenschaft neu zu stärken. Angesichts der massiven Veränderungen, wie sie sich in jüngerer Zeit durch die Verbindung von künstlicher Intelligenz und Bild sowie die alle Bereiche des Lebens erfassende Simulierung von Fakten durch Fakebilder ereignen, erscheint es mehr denn je an der Zeit, die Relevanz von Bildern von Grund auf neu zu überdenken. Eine Bindung an öffentliche Einrichtungen wie Universitäten und Akademien wäre unerlässlich, aber es wäre auch von Vorteil, im Rahmen eines unabhängigen Unternehmens schneller, unbürokratischer und freier agieren zu können, als es diesen möglich ist.
Der inhaltliche Anspruch ist von André Reifenrath, Yasuhiro Sakamoto (Tokio) und mir in einem kurzen Papier skizziert worden. Während der Erörterungen dieses Textes wurde die Gründung einer Stiftung als mittelfristiges Ziel zwar beibehalten, aber es erschien uns sinnvoll, zunächst im Rahmen eines gemeinnützigen Vereins auszuloten, ob allgemeines Interesse an einem solchen Vorstoß besteht.
Weiteres erläutert André Reifenrath in einem eigenen Schreiben. Ich wollte mit meinem Brief betonen, dass mich die Idee einer solchen Gründung nach anfänglichem Zögern mit großer Freude erfasst hat, weil ich mit seit einiger Zeit mit der Frage beschäftige, wie der gegenwärtige Fluxus der Bilder historisch und analytisch abgeleitet und durchdrungen werden kann. Im Fach gibt es hierfür gegenwärtig hervorragende Ansätze. Diese auf unbürokratische Weise zu unterstützen und neue Wege relativ spontan gehen zu können, wäre aus meiner Sicht eine großartige Idee.
Mit herzlichem Gruß,
Horst Bredekamp